romania 2019 1

Tag Minus Drei (9. Juli)

Man glaubt immer gar nicht, was in so einen Kleinbus alles reingeht. Die „Gemütlicher-Kleinbus-Gruppe“ steht zufrieden vor dem voll beladenen Gefährt. Verpflegung unter den Sitzen, Rücksäcke im Fußraum, im Kofferraum die Karamalz-Kisten für Peter, einen Hartschalenkoffer (manche Reisende meinen, das wäre unsolidarisch) und die teils frisch gekauften Reisetaschen der anderen. Unser E-Piano Klimpi hat seinen Platz gefunden und auch die Technikkiste, die immer noch einen Namen braucht. Den kriegt sie, kaum dass wir auf die Autobahn aufgefahren sind: Weil darin doch der ganze Technik-Kram ist (österreichisch „Klumpert“, sächsisch „Gelumpe“), kriegt Klimpis Geschwisterchen den Namen „Klumpi“.

Wir reisen über Polen und sammeln dort erst mal unsere Thüringen-Korrespondentin Mareen ein. Mittels mehrfacher Wendemanöver erreichen wir eine Tankstelle, an deren Rückseite wir ein idyllisches Steh-Picknick abhalten. Letzter Einsatz für die Carbonara-Reste von Johannes´ Konfirmation, erster Einsatz für unsere Złoty-Bestände.

Apropos Złoty-Bestände. Es gibt doch diese bekannten Witze, die immer darauf hinauslaufen, dass eine bestimmte Anzahl Menschen nötig ist, um Glühbirnen einzuschrauben. In Polen wird es demnächst eine neue Variation dieses Witzes geben: Wie viele Deutsche braucht man, um in Polen einmal Maut zu bezahlen? Wir wollen der Antwort nicht vorgreifen, weisen aber hiermit darauf hin, dass dieser komplexe Vorgang aus vielen einzelnen Aufgaben besteht: Fenster öffnen, Złotys rauskramen, korrekte Menge Złoty berechnen, polnische Zahlen verstehen, Złotys nach vorne wedeln oder reichen… Gut, dass wir Teamwork können!

Ein Autobahnschild bringt Nicole ins Jauchzen, und so legen wir noch eine kleine Kultur-Pause ein: an der Friedenskirche von Jauer/Jawor, die im 17. Jahrhundert unter erschwerten Bedingungen (katholische Habsburger, evangelische Bevölkerung…) erbaut wurde. Fachwerk, das aller Schwerkraft zu trotzen scheint, biblisch bunte Emporen, die sich bis in den Himmel stapeln, und eine faszinierende Geschichte – so kann eine Chorfahrt gut beginnen!

An unserer ersten Station Oppeln/Opole gelandet, stärken wir uns mit schlesischen Köstlichkeiten in einem Restaurant und fallen schließlich in die offensichtlich noch sehr neuen Betten unserer Unterkunft. Kurz davor die Nachricht: Beate und ihr Mann Robert sind schon in Hermannstadt eingetroffen.